Spieldorf Argeste

Das Spieldorf Argeste erreicht man über die Brücke über den Elsebach, die sich hinter dem großen Schwimmbecken befindet. Über die Brücke zu gehen, bedeutet eine Zeitreise zu machen. Denn Argeste ist ein Dorf in der Vergangenheit. Jedes Jahr in den Herbstferien findet hier ein historisches Spiel statt, bei dem sich 80 bis 100 Kinder mit einer Reihe von erfahrenen Teamer auf die Reise in eine längst vergangene Zeit begeben: mal zu den heidnischen Sachsen, mal zu den Händlern des Mittelalters, mal zu den Römern, die Germanien zu erobern versuchen.
Die Spiele werden vom Ruhrtalmuseum Schwerte und seinem Förderverein in Kooperation mit dem Jugendamt Schwerte und dem Förderverein des Elsebades veranstaltet.
In den Osterferien gibt es regelmäßig Workshops mit Olaf Knöppges; dabei geht es für Familien darum, mittelalterliche Techniken der Produktion von Gütern des täglichen Gebrauchs zu erlernen.
Am 2. Adventssonntag veranstaltet der Förderverein des Elsebades immer von 14 Uhr bis 19 Uhr den sehr romantischen Nikolausmarkt, der sich besonders an Kinder und ihre Familien richtet.

Das Histoteam und der Förderverein Bürgerbad Elsetal e.V. danken allen, die das Herbstspiel 2017 möglich gemacht haben. Eine neue “Schänke” in Fachwerkbauweise konnte mit Hilfe der fachkundigen Beratung und tatkräftigen Hilfe von Rolf Sommerfeldt errrichtet werden. Firma Bulter hat uns Baumaterial zu Sonderkonditionen zur Verfügung gestellt. Möbel Reuper unterstützt uns mit Ledermustern, die zu Beuteln und Taschen verarbeitet werden. Frau Wefing hat uns mit zahlreichen Sachspenden und beim “Rödeln” geholfen. Frau Bodemer hat wieder die vielen Kostüme nach dem Spiel gewaschen und gepflegt.
Unser besonderer Dank gilt der Stiftung der Stadtsparkasse Schwerte, die das Spieldorf mit einer Spende von 18.000 Euro fördert sowie der Dr. Carl Dörken-Stiftung, die uns mit 2.000 Euro beim Erhalt und Ausbau des Dorfes unterstützt.
Die Bauarbeiten werden im neuen Jahr in Angriff genommen, aber es werden auch wieder Workshops und Geburtstagsfeiern für Kinder oder auch Erwachsene angeboten. Ostern findet zum dritten Mal die Handwerkerwoche statt und in den Herbstferien natürlich auch das 31. Historische Spiel!

 

Ein herzlicher Dank gilt den Freunden und Förderern des Historischen Spiels und des Spieldorfes Argeste:

HistoSpiele in Argeste

Wer Streit liebt, sinnt auf Zwietracht
Das Königreich der Franken
Das Historische Spiel 2019 beginnt am 14. Oktiber und findet dann während der ersten Woche der Herbstferien im Spieldorf Argeste statt, hinten im Elsebad.
Anmeldungen sind per E-Mail an anmeldung@historisches-dorf-argeste.de  möglich.

Wir denken uns das Jahr 640. Gunzo sitzt auf einem Baumstumpf vor der großen Halle auf dem Burghügel von Argeste. Er ist ein fränkischer Krieger, den noch der alte König Dagobert mit der Herrschaft über den Brukterergau belohnt hatte. Gunzo wußte damals nicht, ob es sich über das Geschenk des Königs freuen sollte. Hält er doch die Brukterer, über die er herrscht, für einfältig und unbedarft, nichtsdestotrotz ist es ein alter germanischer Stamm, Teil des großen Reiches der Franken.
Seit Tagen aber beschäftigt Gunzo sich mit Warten. Nicht dass er sich langweilen würde, häufig kommen Bewohner aus dem Dorf zu ihm, vor allem aber gilt es, die Gäste zu bewirten. Seit einigen Tagen sind drei Wandermönche aus Irland hier: Kolonat ,Kilian und Totnan. Sie sprechen mit einem starken Akzent und ihnen geht der Ruf voraus, Menschen zu Christen zu machen. Die Mönche sollen mutige Männer sein, die schon so manchen heiligen Baum gefällt haben. Unten im Dorf bei den brukterischen Hörigen und Handwerkern sind sie beliebt. Wo sie auftauchen scharen sich die Menschen um sie und hören ihren Geschichten zu. Sie scheinen sich gerne zu streiten. Die Glaser, die Schmiede und die Bäcker haben sie in ihren Häusern schon besucht. Danach konnte man sehen, wie sich die Oberhäupter der Familien mit ihren Frauen stritten und mit scharf Gebranntem den Ärger herunterspülten. Der Schmuckmacher hat die Mönche sogar aus seinem Haus geworfen. Im Badehaus kursieren Gerüchte, Totnam könnte seine Hand in den vulkanheißen Bronzeofen stecken, ohne sich zu verbrennen.
Mit einer müden Geste winkt Gunzo ab: das hat alles Zeit bis König Sigibert endlich da ist. Zuletzt war das vor 4 Jahren, damals war der Herr der Franken erst 6 Jahre alt. Nun aber kommt er zusammen mit dem gesamten Heer, seinen Erziehern und Beratern zurück vom Feldzug gegen den aufrührerischen Tühringerherzog Radulf.
Doch schneller als die Franken und ihr König sind die Gerüchte, man erzählt sich, dass ein geschlagenes Heer zurrückkehre, Radulfs Festung habe nicht erobert werden können. Der Angriff an der Unstrut sei deshalb fehlgeschlagen, weil nur ein Teil des Heers gekämpft habe. Der König habe Verräter in den eigenen Reihen.
Einer von ihnen ist seit zwei Tagen Gunzos Gast, Chilperich aus Mainz. Ein sächsischer Adeliger, Aighyna, begleitet ihn. Warum sie gerade nach Argeste gekommen sind, weiß Gunzo nicht, sicherlich hat es etwas mit der Rückkehr des Königs zu tun. Selbstvergessen spielt er mit seinem Kreuz, das er normalerweise um den Hals trägt. Er dreht es in in der Hand und sein Blick fällt auf die Rückseite, da ist die alte Rune Gebu, das Schutzzeichen gegen Zwietracht, eingeschlagen.

 

Griemhildes Rache oder: Die Macht der Rituale, 15.10 – 20.10.2018

Das 31. historische Spiel im Spieldorf Argeste im Elsebad stand unter schlimmen Vorzeichen:
Grimhild will den Mord an ihrem Helden Siegfried rächen und bedient sich dabei der Römer und der Hunnen. Die Römer bedienen sich ihrerseits Grimhilds, denn sie wollen mit Hilfe der Hunnen die Herrschaft über die Burgunder wieder gewinnen. Die Hunnen wollen nur: „Blut und Gold!“. Die Franken möchten gerne den Burgundern, wenn sie mal vertrieben sind, als Herren nachfolgen und haben sich deshalb der großen Koalition der Ungleichen angeschlossen. All diese unterschiedlichen Gruppen leben in einem Heerlager auf der großen Wiese vor Argeste, das gar nicht Argeste heißt, sondern Borbetomagus (Worms), und bereiten sich auf die Belagerung vor: Da wird der Kampf mit Speer und Schild geübt, Bögen und Pfeile gebaut, ein Rammbock und ein Katapult.

In Argeste alias Borbetomagus tummeln sich ebenfalls viele unterschiedliche Völker: Die Isländer mit ihrer Königin Brunhilde, welche auch zugleich Königin der Burgunden ist, weil der König bis Mittwoch unterwegs war, die Burgunden selber und die alteingesessenen Kelten. Nicht unerwähnt bleiben soll eine Gruppe, die zunächst nur aus zwei Mitgliedern bestand, aber in Zukunft schnell wachsen wird, die Christen.
Sie bereiten sich ab Mittwoch auf eine Belagerung vor. Am Donnerstag findet den ganzen Tag die Schlacht um Argeste/Borbetomagus statt und endet damit, dass die Angreifer das Tor einschlagen. Die Burgunden sind besiegt und ziehen sich auf den Berg mit der Königshalle zurück. Sie ergeben sich einen Tag später und erleiden das Schicksal der Besiegten in der Antike: Sklaverei. Der höchste römische Befehlshaber, Flavius Aetius, (alias der Bürgermeister der Stadt Schwerte), zieht am Samstag den Schlussstrich: Die Burgunden werden deportiert und in Gallien wieder angesiedelt.

Das Spiel war komplex, weil es die unterschiedlichsten sozialen und ethnischen Gruppen gab. Kennzeichen ihrer Unterschiedlichkeit waren die immer wiederkehrenden Rituale.
Doch wie wird ein Westeuropäer, geboren ca. im Jahre 2008, zu einem Hunnen des Jahres 436? Attila, der Hunnenkönig, war ein allmächtiger König. Das Wort 'göttergleich' drückt es nicht richtig aus, denn er ließ sich “Herr des Himmels” nennen. Niemand durfte ihn anschauen, wollte er sein Leben nicht verlieren, auch nicht ansprechen; ein Überbringer der Worte sorgte dafür, dass die Worte des Herrn des Himmels verstanden wurden. Das fremdartigste aber war die Körperhaltung, die der junge Hunne dabei einzunehmen hatte: Auf den Knien liegend, Kopf und Hände im Staub, erlebte er die Audienz.

Wenn der Herr des Himmels und die Tochter des Himmels durch das Heerlager wandelten, schrie der hunnische Heermeister: „Ehret den Chan!“. Und das Erstaunliche geschah: Alle im Blickbereich Attilas warfen sich sofort und mit einer selbstverständlichen, fast an Inbrunst grenzenden Schnelligkeit in die beschriebene Körperhaltung und warteten, was der Chan ihnen sagen ließ.

Ein anderes, nicht minder wichtiges Ritual, um die jungen Hunnen an das gewöhnen, was einen Hunnen ausmacht, waren die Beschwörungen der Geister in öffentlichen Ritualen durch den Schamanen. An modernes Theater erinnernd, abgebrochene, wie in Trance ausgestoßene, einzelne Worte, geschrien und geflüstert mit Knochen klappend, tanzte der Schamane durch das Ritual, wand sich wie in spastischen Krämpfen auf dem Boden und gab allen Zuschauern das Gefühl, Teil von etwas ganz Besonderem geworden zu sein. Dieser Nimbus von Einzigartigkeit verlieh allen Hunnen ein elitäres Gefühl von Überlegenheit, das sich besonders im Umgang mit den nicht hunnischen Mitspielern zeigte.

Doch nicht nur die Hunnen bedienten sich der Macht der Rituale. Die Isländer warfen Runenwürfel und Brunhilde rezitierte aus Odins Runenlied aus der Edda, und ihre Untertanen wiederholten ihre Worte im Chor:
Ich weiß, dass ich hing am windigen Baum
Neun lange Nächte
Mir selber ich selbst
Vom Speer verwundet, dem Odin geweiht
Auf Runen sinnend, lernte sie seufzend
Endlich fiel ich zur Erde
Runen wirst Du finden und Ratstäbe
Weißt du zu ritzen?
Weißt du zu raten?
Weißt du zu finden?
Weißt du zu forschen?
Weißt du zu bitten?
Weißt du Opfer zu bieten?
Je nach dem, wie die Runen fielen, bestimmten sie das Schicksal in die eine oder die andere Richtung, aber welche die Richtige sein mochte, wusste man nicht genau.

Die keltischen Bronzegießer begaben sich jeden Tag zum Elsebach und opferten ein Werkstück, das sie am Tage hergestellt hatten, dem Flussgott Borno. Dabei tauchte ein Kelte seinen Kopf in das Wasser, während die anderen den Flussgott mit Gesängen anlockten. Wenn der „Taucher“ den Flussgott erspäht hatte, wurde die Bronze ins Wasser geworfen und geopfert.
Die Fragwürdigkeit einiger Rituale ist offensichtlich, würde man sie heutzutage erleben; aber nichts desto trotz markieren Rituale über weite Strecken auch die sozialen Beziehungen der Gegenwart.
Jeder konnte im Historischen Spiel spüren, dass die Spielgruppen dann besonders authentisch waren, wenn ihre Rituale stattfanden. Dadurch, dass alle Teilnehmer die Rituale der anderen mit ansehen konnten, erfuhr jeder, worin das charakteristische Merkmal der Gruppen bestand und damit auch der deutlichste Unterschied zur eigenen Gruppe. Bei aller Unterschiedlichkeit und Vielfalt gab es etwas alle Umschließendes und Gemeinsames: Wir haben alle zusammen in einer Geschichte gespielt.
Das wurde am Ende eines jeden Tages im Abschlusskreis deutlich.

 

Sigurd und Grimhilde / Historisches Spiel, 23.10. – 28.10.2017

Wir denken uns das Jahr 434. Hagen, Heermeister der Burgunden, sitzt am Tisch in der Halle seines Königs Gundahar und spielt gedankenverloren mit Runenwürfeln aus Knochen. Sie gehören eigentlich der Königsmutter Ute und der schönen Griemhilde, Utes jüngster Tochter. Er ist allein, denn der König bereitet sich auf den Empfang der Gäste vor.
Heute trifft die Königin von Island mit Gefolge ein, eine Frau von der man sich Wunderdinge erzählt. Gestern war ein Abgesandter des römischen Heermeisters Aetius eingetroffen und der König der Alanen, Goar, ein alter Freund. Morgen erwartet man einen weiteren sagenumwobenen Gast, Sigurd mit dem Drachentöterschwert.

Die Herzen der Frauen flögen ihm nur so zu, so erzählt man sich am Unterhof, wo die kahlköpfigen Sklaven arbeiten, wo die Köche in der großen Garküche alle, die auf dem Königshof leben, mit Essen versorgen, wo die freien Burgunden leben neben den hörigen Handwerkern und den Kriegern, wo Fremde sich herumtreiben, auffällig, weil sie aussehen wie die Hunnen.
Hagen ist sich sicher: In diesen dunklen Zeiten braucht man viele Freunde, aber wer sind Freunde, wie erkennt man Feinde? Können ihm Utes Runen helfen? Oder sollte er auf den römischen Bischof Ringwulf setzen, der schon seit vier Wochen hier ist? Sein Widersacher ist ein keltischer Mönch, lebensfroh und lustig.

Hagen schaut aus der offenen Tür der Königshalle, Gesang und Lautenspiel wehen leise herauf; tja, der Sänger hat viel zu besingen in diesen Tagen.

Grundlagen des HistoSpiels

Bemerkungen zu den methodischen Grundlagen des Historischen Spiels
Historische Spiele sind eine ganzheitliche Methode der Museumspädagogik. Die Teilnehmer schlüpfen in Rollen und versuchen einen historischen Alltag in einem eigens hierfür inszenierten Umfeld zu entwickeln. Neben der handwerklichen Arbeit, die den „Lebensunterhalt“ sichert, wird das Spiel durch eine den teilnehmenden Kindern vorher nicht bekannte und während des Spiels variable Rahmenhandlung lebendig.
Veranstalter ist das Ruhrtalmuseum in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Schwerte. Die Teamer setzen sich aus Historikern, Museumspädagogen, Studenten und anderen Berufsvertretern zusammen, die die Historischen Spiele seit vielen Jahren erfolgreich durchführen. Das Spieldorf Argeste gehört zum Bürgerbad Elsetal. Es wurde errichtet in Zusammenarbeit mit dem Verein Bürgerbad Elsetal e.V., der Badbetriebsgesellschaft, dem Förderverein Ruhrtalmuseum und mit Unterstützung des Lions Clubs und des Rotary Clubs Schwerte, sowie mit Zuschüssen der Nordrhein-Westfalen-Stiftung.

Workshops und Kindergeburtstage

Handwerker-WorkShops in Argeste
Bei den WorkShops im Dorf Argeste kommen kommen Kinder und Erwachsene zusammen, um sich miteinander in verschiedenen mitelalterlichen Handwerken zu erproben. Oft geht es um Feuer und Metall: beim Schmieden, beim Bronze- und Zinnguss, aber auch andere Handwerke spielen eine Rolle, zum Beipiel Seifensieden, Färben und Filzen oder die Kunst des Bogenbaus. Immer geht es darum, mit den eigenen Händen etwas herzustellen, Techniken zu erlernen, sich in Geduld zu üben oder überraschende Entdeckungen zu machen über die Rohstoffe, mit denen alltägliche Gegenstände hergestellt werden. Die WorkShops finden in den Fachwerkhäusern rund um den Marktplatz von Argeste statt, dem Ort der Historischen Spiele (Herbstferien); dieses Dorf bietet eine anregende Umgebung, in der man sich in die Zeiten, in denen die erprobten Handwerke den Alltag prägten, leicht hineinversetzen kann.

Kindergeburtstage in Argeste

Wollen Sie einen Kindergeburtstag in Argeste feiern? Von “Schäfchenweich und kunterbunt” bis “Eisen glüht” können sie mit der Geburtstagsgesellschaft hier einen spannenden Nachmittag verbringen. Schauen Sie in unseren Flyer – und sprechen Sie uns gern an.

Vater-Sohn-Schmieden 2017

„Feuer und Männer: Das passt einfach zusammen!“ Eine mehr als richtige Aussage. Ich selbst bin seit 5 Jahren bei dem Historischen Spiel dabei, anfangs nur als Teilnehmer, doch seit 2 Jahren auch als Jungteamer. Bisher hatten mein Vater und ich wenig Erfahrung im Schmieden. Nur so nebenbei auf Weihnachtmärkten oder Kindergeburtstagen haben wir das Eisen ´mal zum Glühen gebracht.
Aber so, dass man den ganzen Tag in einer so tollen Kulisse wie im historischen Dorf Argeste an der frischen Luft ist, das war schon toll. Bei Temperaturen im Dezember von ca. 8 Grad, aber viel Sonnenschein, waren die Rahmenbedingungen perfekt.
Beim Vater-Sohn-Schmieden vor Silvester 2017 war auch mein kleiner Bruder dabei. Die Betreuung an diesem Tag war super. Es gab vier Feuerstellen, so dass jede Familie viel Raum zum Arbeiten hatte.
Die erste Lektion war, ein Feuer auch ohne Feuerzeug zu machen. Wir hatten einen Feuerstein, Zunder und das sogenannte Feuereisen. Damit ging es los. Wir hatten den Luxus, dass ein Kompressor Luft von unten in das Feuer pustete, während die anderen Feuerstellen wirklich mittelalterlich mit Blasebälgen angeheizt wurden. Als die Glut heiß genug war, ging es ans Schmieden: Aus einer Stange Eisen wurde ein Messer, komplett faszinierend, ein großer Spaß. Olaf, den Leiter, konnten wir immer fragen. Wenn wir das glühende Eisen aus dem Feuer nahmen, glühte es fast schon gelb-orange. Da Papa anfangs Probleme mit dem Handgelenke hatte, hielt er nur das heiße Eisen mit einer Zange fest. Mein Bruder und ich durften „feste draufhauen“.
„Gib sie mit die Schüppe“, ein anderer Ausdruck für „Hau drauf!“, wurde immer wieder gerufen, wenn man das Werkstück aus der heißen Glut nahm. Es wurde viel gelacht und cool ist, dass man der Fortschritt seiner Arbeit ganz klar verfolgen kann. Insgesamt haben wir in 6 Stunden 2 Messer geschmiedet.
Zur Mittagszeit gab es auch ein ganz traditionelles Essen: Erbsensuppe. Gekocht wurde über dem offenen Feuer. Malzbier und „Würzwein“ rundeten das Essen ab. Nach 6 Stunden ist man dann aber doch schon mal sehr platt, wenn man immer am Feuer steht und zum Schmieden immer wieder den schweren Hammer schwingen muss.
Alles in einem war es ein sehr schöner Tag. Wann schmiedet man schon mal mit seinem Vater ein Messer! Wann steht man schon einmal am offenen Feuer? Wann darf man mit einem Hammer so richtig auf einen Amboss „kloppen“? Meine Empfehlung: Selber mal mitmachen!
(Text: Konstantin Thimm)